Die Gemeinschaft vom Lamm wurde von Kleiner Schwester Marie in Frankreich gegründet. Bruder Jean-Claude o.f.m. (†) ist ihr Mitgründer. Die Gemeinschaft besteht aus zwei „Öffentlichen Vereinigungen von Gläubigen -in Itinere-“, das heißt auf dem Weg, um ein Institut des geweihten Lebens zu werden: die „Kleinen Schwestern vom Lamm“, die im Jahr 1981 gegründet wurden und die „Kleinen Brüder vom Lamm“, die im Jahr 1990 gegründet wurden. Sowohl die Kleinen Schwestern als auch die Kleinen Brüder unterstehen in Rom dem „Dikasterium für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens“, das ihre Entwicklung in der Kirche begleitet. Beide haben ihren kanonischen Sitz in Wien (Österreich).
Ein neu entstehender Zweig am Baum des Predigerordens
Am 17. Dezember 1981 erkennt Msgr. Michel Kuehn, Bischof von Chartres, offiziell die Gründung der Gemeinschaft an, die zu diesem Zeitpunkt nur aus Schwestern bestand; am 6. Februar 1983 wird die Gemeinschaft von Erzbischof Jean Chabbert, Bischof von Perpignan (Frankreich), in der Diözese von Perpignan aufgenommen; am 16. Juli 1983 wird die Gemeinschaft vom Lamm von Br. Vincent de Couesnongle OP als „ein neu entstehender Zweig am Baum des Predigerordens“ anerkannt. Am 8. August 1990 wurden die Kleinen Brüder vom Lamm offiziell von Erzbischof Jean Chabbert anerkannt. Nach dem Austausch der Entlassschreiben wurde 1996 der kanonische Sitz der Gemeinschaft, sowohl der Kleine Schwestern, als auch der Kleine Brüder, von der Diözese Perpignan in die Erzdiözese Wien verlegt. Kardinal Christoph Schönborn OP wurde somit der verantwortliche Bischof der Gemeinschaft. Sein Nachfolger Erzbischof Josef Grünwidl ist heute ihr Ordinarius.
Die Gemeinschaft umfasst heute mehr als 170 Kleine Schwestern und mehr als 30 Kleine Brüder aus den verschiedensten Ländern. Die Kleinen Brüder und Kleinen Schwestern folgen demselben Lebensvorsatz und feiern zu bestimmten Anlässen die Liturgie gemeinsam. Sie führen ein getrenntes Alltagsleben.

Als Papst Franziskus gewählt wurde

Msgr. Jorge Mario Bergoglio hat uns, Kleine Brüder und Kleine Schwestern, 1994 in Buenos Aires empfangen, um unsere Kleinen Fraternitäten zu gründen. Nun zählen wir seit dreißig Jahren zu den Schafen seiner Herde. Er kennt seine Schafe wirklich alle bei ihrem Namen, denn am zweiten Tag nach seiner Wahl hat er gemeinsam mit Kardinal Christoph Schönborn alle Kleinen Brüder und Kleinen Schwestern, die in Rom waren, zu sich gerufen. Was für eine Freude, euch von der Ermutigung und der väterlichen Zuneigung zu erzählen, die er uns an jenem Tag zuteil werden hat lassen: “Danke für das, was ihr in der Kirche macht. Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI. haben darauf bestanden: Wir brauchen Zeugen und keine Meister. Ihr habt eine große Fähigkeit, Zeugen zu sein. Reine Gnade. Bewahrt sie. Das Zeugnis eures Lebens – durch das Gebet, die Liturgie, das Betteln des täglichen Brotes, das Auto-Stoppen – ist ein Zeugnis der Armut und der Freude. Dafür lieben euch die Menschen, und ich möchte euch sehr dafür danken.” (Papst Franziskus, 15. März 2013) Danach folgte ein Austausch, der sich in unsere Herzen “als Kinder der Kirche” eingeprägt hat. Wir hören ihn heute als einen immer dringenderen Aufruf, das Evangelium zu leben – “die Freude des Evangeliums”! Möge sein Segen euch alle und jeden einzelnen erreichen.
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¹ vgl. Mt 11,25

